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Wildwechsel

Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes sind rund fünf Prozent aller Verkehrsunfälle in Deutschland Wildunfälle. Besonders in der dunklen und kalten Jahreszeit ist nahe Waldstrecken und Feldern mit einem erhöhten Aufkommen von Rehen, Hirschen und Wildschweinen zu rechnen. Das Zusammentreffen von Mensch und Tier auf der Straße verläuft dabei leider selten glimpflich, denn aufgrund ihres stattlichen Körpergewichts sind Wildtiere eine erhebliche Gefahr für Fahrzeug und Insassen.  Doch auch auf diese Gefahrensituationen kannst Du Dich vorbereiten! In unserem Ratgeber erfährst Du, wie Du im Ernstfall am Besten reagierst und was zu tun ist, wenn sich eine Kollision nicht mehr vermeiden lässt.

Eine wilde Jahreszeit

Wildwechsel ist über das gesamte Jahr eine ernstzunehmende Gefahr im Straßenverkehr. Dennoch gibt es saisonal bedingte Zeiten, in denen besondere Wachsamkeit geboten ist. Denn auch die Tiere passen ihren Biorhythmus den Jahreszeiten an: Entsprechend dem Tageslicht sind Hirsch, Wildschwein und Co. im Herbst und Winter morgens später und abends früher aktiv. Auch die sich zunehmend schwieriger gestaltende Nahrungssuche veranlasst das Wild in der kalten Jahreszeit vermehrt zur Fahrbahnüberquerung. Nahe Waldgebieten und auf Straßen, die parallel zu Feldern verlaufen, solltest Du vor allem bei Morgen- und Abenddämmerung die Augen offenhalten: Zwischen 17 Uhr und 8 Uhr ist mit erhöhtem Wildwechsel zu rechnen.

Das ebenfalls jahreszeitenbedingte Brunft- und Paarungsverhalten hat ebenfalls unmittelbare Auswirkungen auf die tierischen Verkehrsteilnehmer: Unter dem Einfluss von Pheromonen lassen sich selbst die scheuesten Kreaturen, ungeachtet des Verkehrsaufkommens, zu waghalsigen Fahrbahnüberquerungen hinreißen. Die Paarungszeit der Rehe fällt in den Juli und August, im September und Oktober gehen dann die Hirsche auf Brautschau, gefolgt von den Wildschweinen im November und Dezember. Im Frühjahr sind mit Füchsen und Waschbären dann die etwas kleineren, aber auf der Straße nicht weniger gefährlichen, Waldbewohner an der Reihe.   

Tierisch wachsam!

Anders als domestizierte Stall- und Hoftiere, sind Wildtiere wie Rehe und Wildschweine überhaupt nicht an Straßenverkehr gewöhnt. Wildtiere können die Geschwindigkeit von Autos nicht einschätzen und warten auch bei Lärm und hohem Verkehrsaufkommen nicht am Fahrbahnrand, bis Du vorbeigefahren bist. Selbst wenn ein Tier Dich sieht, kann es jederzeit unmittelbar vor Deinem Auto auf die Straße springen. Auch bei drohender Kollision verhalten sich Wildtiere nicht wie „vernünftige“ Verkehrsteilnehmer. Umso wichtiger ist es, dass Du Dir als Autofahrer dieser Unberechenbarkeit bewusst bist und ein entsprechendes Risikobewusstsein entwickelst!

Dazu zählt zuallererst das Beachten der Beschilderung: Bei dem dreieckigen Warnschild mit dem Hirschen handelt es sich zwar lediglich um eine Mahnung, dennoch solltest Du Deine Fahrweise unverzüglich anpassen, d.h. Tempo reduzieren, Sicherheitsabstand zum rechten Fahrbahnrand wahren und die Augen aufsperren. Wenn Du einen solchen Warnhinweis ignorierst und in einen Wildunfall verwickelt wirst, drohen Dir Bußgelder und Punkte in Flensburg.

Doch auch unabhängig expliziter Warnhinweise solltest Du im Herbst und Winter besondere Vorsicht walten lassen, wenn Du nahe der natürlichen Lebensräume von Wildtieren unterwegs bist. Denn schlechte Sicht- und Witterungsverhältnisse im Herbst und Winter erhöhen zusätzlich die Gefahr eines Wildunfalls. So unberechenbar das Verhalten der Vierbeiner im Ernstfall auch ausfallen mag, bist Du gut beraten, Dich mit den Gewohnheiten der Tiere vertraut zu machen.

Wildunfälle

Auch im 21. Jahrhundert teilen wir uns den Planeten inklusive aller seiner Straßen und Wege mit anderen Lebewesen. Als Autofahrer ist es unsere Pflicht, auch gegenüber nichtmenschlichen und unfreiwilligen Verkehrsteilnehmern erhöhte Rücksicht walten zu lassen. Gleichzeitig solltest Du Dein eigenes Leben nie leichtfertig für ein plötzlich aus dem Unterholz hervor preschendes Tier aufs Spiel setzen.

Erhöhte Aufmerksamkeit und vorausschauende Fahrweise sind die besten Berater am Steuer, doch leider lassen sich auch damit Wildunfälle nicht gänzlich vermeiden. Wenn Du ein Tier am Fahrbahnrand bemerkst und abbremsen möchtest, vergewissere Dich, dass Du dadurch nicht die Verkehrsteilnehmer hinter Dir gefährdest. Schalte das Fernlicht aus, um das Tier nicht zu blenden und versuche, die in der Regel scheuen Lebewesen durch Hupen zu verscheuchen. Aber Achtung: Wildtiere sind zumeist nicht alleine unterwegs, einem Tier können weitere folgen.

Bei drohender Kollision neigen selbst weniger tierliebe Autofahrer instinktiv dazu, das Steuer herumzureißen. Doch durch plötzliches Ausweichen gefährdest Du nicht nur den Gegenverkehr, sondern riskierst schon bei durchschnittlicher Geschwindigkeit, die Kontrolle über Dein Fahrzeug zu verlieren. Wenn der Zusammenstoß nicht mehr zu vermeiden ist, hilft nur möglichst starkes Abbremsen, das Lenkrad gut festzuhalten und Dich auf den Aufprall vorzubereiten.

Nach dem Zusammenstoß ist es entscheidend, Ruhe zu bewahren. Schalte die Warnblinkanlage an und sichere die Unfallstelle. Informiere die Polizei unter der 110 und warte am Unfallort auf deren Eintreffen. Auch wenn es Dir schwer fällt, Dein Mitleid zu unterdrücken: Nähere Dich unter keinen Umständen dem angefahrenen Tier! Je nach erlittener Verletzung kann dieses unerwartet aggressiv reagieren. Falls das Tier flieht, versuche, Dir die Fluchtrichtung zu merken, damit sich später ein Jäger auf die Suche nach dem Wild machen kann.

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Du fühlst Dich unsicher gegenüber Tieren im Straßenverkehr? Wir helfen Dir, Deine Angst zu bändigen und trainieren gemeinsam gezielt das richtige Verhalten in diesen und weiteren Gefahrensituationen. Nimm noch heute Kontakt auf, wir freuen uns auf Dich!